Reallabore

Auf der Werkstatt am 2. Februar 2018 wurden "Verkehrsräume umverteilen" und "Mobilitätsnetz Bielefeld" als Projektideen ausgewählt. Diese wurden von den Projektteams aus Bielefeld im Folgenden weiterentwickelt und werden nun bis zum 1. Quartal 2019 als sogenannte Reallabore umgesetzt.

In den Reallaboren sollen Möglichkeiten experimentell erprobt werden, die geeignet sind, das Zusammenwirken von Aktiven im und für den Klimaschutz in Bielefeld nachhaltig zu verbessern. Dabei können beispielsweise für Bielefeld neue zielgruppenspezifische Aktivierungsstrategien
oder neue Formen der Zusammenarbeit getestet werden.

Das Forschungsteam von KlimaNetze unterstützt die Projekteams dabei nach Kräften, etwa durch inhaltliche Impulse, durch Kommunikation, Koordination oder Moderationen und wertet die Aktivitäten zudem wissenschaftlich aus.

Zeitraum: April 2018 – März 2019

 

VERKEHRSRÄUME UMVERTEILEN – VERSTÄNDIGUNGSPROZESS UND SIMULATION

Die Projektgruppe möchte im Rahmen des Reallabors an der Wilhelmstraße in der Bielefelder Innenstadt exemplarisch zeigen, wie Verkehrsräume auch anders als nur für den Autoverkehr genutzt werden können. Dafür wird die Projektgruppe am Samstag, den 1. September 2018 von 10:00-16:00 in der Wilhelmstraße einen Aktionstag durchführen.

Der Slogan „Die Wilhelm- verbindet“ des Aktionstages zielt dabei auf die zu stärkende Funktion der Straße als Verbindungsachse zwischen Altstadt/Jahnplatz und Kesselbrink/Ravensberger Park ab. Mit dem Aktionstag soll das große Potential der Wilhelmstraße als urbane Achse verdeutlicht werden. Die AnliegerInnen und AnwohnerInnen der Wilhelmstraße sowie interessierte BürgerInnen werden dabei, soweit es den ehrenamtlich Aktiven möglich ist, im Sinne des geplanten Verständigungsprozesses mit in die Planung und Durchführung der Veranstaltung eingebunden.

Am Aktionstag sollen die Wilhelmstraße und der Zubringer Kesselbrink für den Durchgangsverkehr probeweise gesperrt und die für diesen Tag freien PKW-Stellplätze exemplarisch alternativ "umgenutzt" werden. Dadurch wird Raum für vielfältige Nutzungen und Aktionen geschaffen, die die Aufenthaltsqualität vor Ort erhöht und die Straße für alle „gangbar“ macht. Zusätzlich möchte das Projektteam am Aktionstag gemeinsam mit allen Interessierten eine räumliche Vision für die Wilhelmstraße erarbeiten. Diese geplanten zeitlich und räumlich begrenzten Veränderungen bieten dafür erste Impulse und Denkanstöße.

An den Aktionstag anschließende Gespräche mit zahlreichen weiteren Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen werden, unterstützt durch die Durchführung und Auswertung einer Befragung, einen allgemeinen Verständigungsprozess zu der Frage anstoßen, wie die Menschen in Bielefeld den öffentlichen Verkehrsraum nutzen und teilen wollen.  

 

MOBILITÄTSNETZ BIELEFELD

Im „Mobilitätsnetz Bielefeld“ haben sich ehrenamtliche Akteure aus dem Bereich der umweltfreundlichen Mobilität zusammengefunden, um ihre Aktivitäten in einem neuen Netzwerk zu koordinieren und zusammen den nachhaltigen Mobilitätswandel in Bielefeld wirksamer befördern zu können. Dadurch soll die Stadt Bielefeld bei der tatsächlichen Umsetzung von bereits vorhandenen politischen Beschlüssen und erstellten planerischen Konzepten zur zukünftigen Mobilität in der Stadt unterstützt werden.

Als erstes gemeinsames Projekt bereitet das „Mobilitätsnetz Bielefeld“ derzeit unter dem Motto "Entspannt und sicher Rad fahren von 8 bis 88 Jahren!" den „Radentscheid Bielefeld“ vor. Neben den bereits durchgeführten Bürgerbegehren in Berlin und Bamberg laufen und entstehen derzeit in mehreren Städten Deutschlands ähnliche Vorhaben. In einem ersten Schritt sollen hierbei im Rahmen eines Bürgerbegehrens Unterschriften für den Ausbau und die Verbesserung des Radverkehrs in Bielefeld gesammelt werden. Für das Bürgerbegehren hat das „Mobilitätsnetz Bielefeld“ einen Katalog von zehn zur Förderung des Radverkehrs zu erreichenden Zielen ausgearbeitet. Diese Ziele finden sich auf der Webseite des "Radentscheid Bielefeld".

Der Radentscheid wird durch eine öffentlichkeitswirksame Kampagne begleitet, um die Bielefelder Bürger über die Vorteile einer sicheren und komfortablen Radinfrastruktur als wichtigen Teil eines nachhaltigen und zukunftsfähigen städtischen Verkehrskonzeptes zu informieren und für das Fahrradfahren als gesunde und praktische Fortbewegungsform zu begeistern.